Beweidung an der Schmölener Binnendüne

Wer dieser Tage einen Ausflug zur Binnendüne Klein Schmölen macht, der wird schon von weitem mit lautstarkem Blöken begrüßt. Rund 300 Schafe des Schäfermeisters Maik Gersonde beweiden aktuell die Flächen am Dünenfuß und tragen so zur Offenhaltung und zum Erhalt des geschützten und faszinierenden Dünenkomplexes bei.

Rund 300 Schafe als tierische Landschaftspfleger können zurzeit an der Binnendüne Klein Schmölen © A. Middelschulte
Rund 300 tierische Landschaftspfleger vor der Binnendüne Klein Schmölen.

Entstanden ist die Binnendüne, die sich inmitten des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe befindet, am Ende der letzten Eiszeit. Sie beherbergt seltene Pflanzen und Tiere wie Sand-Silberscharte und Ameisenlöwe. Durch ihren Tritt und Fraß vermindern die Weidetiere den Aufwuchs von Gehölzen und Gräsern, so dass Silbergras und Flechten Licht und Platz zum Wachsen haben. Nur durch die regelmäßige Beweidung kann sichergestellt werden, dass die speziell angepassten Tier- und Pflanzenarten den besonderen Lebensraum auch weiterhin besiedeln können.
 

Im Projekt „Gemeinsam am Vier-Länder-Grenzradweg“ hat das BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen zusammen mit dem Förderverein Biosphäre Elbe MV e.V. die Beweidung der Binnendüne finanzieren können. Im Zentrum des von der Deutschen Postcode Lotterie geförderten Vorhabens steht die Aufwertung des Vier-Länder-Grenzradweges mit seinen besonderen Naturerlebnis- und Grenzerfahrungsorten am Grünen Band. Die Schmölener Binnendüne passt somit gut ins Projekt. Sie liegt unweit der ehemaligen innerdeutschen Grenze und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Von ihrem höchsten Punkt aus, etwa 42 Meter über dem Meeresspiegel, hat der Besucher einen herrlichen Blick auf die Lenzener Wische. Wenige Meter vom Fuß der Düne entfernt schließen sich die reichhaltigen Feuchtwiesen am Altarm der Löcknitz an. Hier herrscht ein völlig anderes Lebensumfeld. Insgesamt also ein vielfältiger Naturraum mit großen Gegensätzen, der nicht nur für Artenkenner einen Ausflug wert ist!

Rund 300 Schafe als tierische Landschaftspfleger an der Binnendüne Klein Schmölen bei der Arbeit. © M. Gersonde