Vorkommende Pflanzenarten

Im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe kommen in Folge des Übergangs vom ozeanisch-maritimen zum kontinentalen Klima und der großen Standortvielfalt mehr als 1.300 Pflanzenarten vor. Hiervon stehen ca. 400 Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen.

Den Schwerpunkt bilden die charakteristischen Pflanzenarten der vom Wasser geprägten Lebensräume. Weitere Schwerpunkte bilden die wechselfeuchten und sehr unterschiedlich nährstoffversorgten Grünlandstandorte sowie die nährstoffarmen Trockenstandorte.

Wasser- und Stromtalpflanzen

Seerosen mit prächtigen weißen Blüten und einem Wasserfrosch darauf. © W. Stürzbecher
Die prachtvollen Blüten der Seerosen kann man in der Zeit von Juni bis August bewundern.

Altarme und andere stehende Gewässer sind von Wasserpflanzen wie Laichkräutern, See- und Teichrosen besiedelt. Großseggenrieder und Röhrichte kommen auf feuchten Standorten z.B. an der Löcknitz vor. Die von verschiedenen Weidenarten gebildeten Weichholzauen sind ebenfalls an der Elbe und ihren Nebenflüssen typisch. Diese Vegetation erträgt nicht nur eine immer wiederkehrende Überflutung, sondern benötigt sie zum Teil sogar. Hier werden durch die sedimentreichen Fluten der Elbehochwässer Sand, Schlick, abgestorbene Pflanzenteile sowie Samen herangebracht, die beim langsamen Zurückgehen des Wassers in den Auen abgelagert werden. Die darin enthaltenen Nährstoffe werden danach langsam freigesetzt.

Moor- und Grünlandpflanzen

© Biosphärenreservatsamt
Die wolligen Büschel im Fruchtzustand von April bis Mai sind namensgebend für Wollgräser.

Bei den nährstoffreichen Versumpfungsmooren innerhalb der Fluss- und Bachniederungen sowie der flachen Moorauflagen im Bereich des Talsandes finden sich typische Pflanzenarten wie z.B. Sumpf-Greiskraut, Sumpf-Wolfsmilch und Lanzett-Froschlöffel. In den nährstoffärmeren Mooren wie den kleinflächigen Dünenmooren und den nach FFH-Lebensraumtyp geschützten Übergangs- und Schwingrasenmooren finden sich typische Vertreter wie Schnabelsegge, Sumpfblutauge, Strauß-Gilbweiderich, Glockenheide und Torfmoose, aber auch verschiedene Sonnentau- und Wollgrasarten.

Aufgrund der großteiligen Entwässerung von Niederungsbereichen sind ca. 85 Prozent des Grünlandes überwiegend intensiv genutztes Wirtschaftsgrünland. Die typische Vegetationsgesellschaft des zurückgegangenen, elbtaltypischen wechselfeuchten Auengrünlandes ist die Brenndolden-Auenwiese mit den typischen Pflanzenarten wie Sumpf-Brenndolde, Gelbe Wiesenraute und Fuchssegge. Auch das Feuchtgrünland ist Lebensraum für zahlreiche gefährdete Pflanzenarten, so z. B. Wiesen-Segge, Zweizeilige Segge, Sumpf-Platterbse und Kuckucks-Lichtnelke.

Trockenrasen und Heiden

Mauerpfeffer im UNESCO- Biosphärenreservat Schaalsee. © D. Foitlänger
Der Mauerpfeffer ist in der Lage Wasser zu speichern und kann Trockenperioden dadurch mit Leichtigkeit überstehen.

In nur geringer Entfernung zu den feuchten Bereichen befinden sich im Gegensatz dazu die trockenen Standorte der Binnendünen. Sie sind zum Teil mit Dünen-Kiefernwäldern bewachsen. Daneben kommen auch große baumfreie Bereiche, die Sandtrockenrasen, und sogar vegetationslose Flächen vor. Typische Pflanzen der blütenreichen Sandtrockenrasen sind Silbergras, Strandhafer, Mauerpfefferarten, Heide- und Karthäusernelke sowie Sand-Thymian. Als Besonderheit sind auf basenreicheren Standorten gelegentlich Blauschillergrasrasen ausgebildet, die einen prioritären FFH-Lebensraumtyp darstellen.

Die vorherrschenden Vegetationsgesellschaften auf den Heiden sind Silbergrasflur und Besenheide. Ohne regelmäßige Pflege wachsen die Heiden mit Drahtschmiele oder Besen-Ginster zu.