Pflegemaßnahmen und Wiederansiedlungsprojekt im Naturschutzgebiet "Elbtaldünen bei Klein Schmölen"

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) führt mit Unterstützung durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Winterhalbjahr Pflegemaßnahmen an der Binnendüne in Klein Schmölen durch. In diesem Zusammenhang soll auch die Sand-Silberscharte, eine sehr seltene und auf Dünenstandorte spezialisierte Pflanzenart wieder angesiedelt werden. Die Pflegemaßnahme umfasst die Entnahme von einzelnen Gehölzen, vor allem Kiefern, auf den Hangflächen der Düne. Die Sand-Silberscharte soll durch Ausbringen von Saatgut wieder angesiedelt werden.


Hintergründe:

Das Naturschutzgebiet "Elbtaldünen bei Klein Schmölen" existiert seit 1967 und beherbergt eine Vielzahl gefährdeter Arten und Lebensräume. Mit der Meldung des Gebietes als Teil eines sogenannten FFH-Gebietes nach der europäischen "Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie" 1998 und Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes "Mecklenburgisches Elbetal" genießt dieses Gebiet seit vielen Jahren den höchsten Rechtsschutz aus Sicht des Naturschutzes. Das auch geologisch interessante Gebiet besitzt eine besonders hohe Artenvielfalt durch die Übergänge zwischen der südlich angrenzenden Löcknitz-Aue, den gehölzarmen und sehr trockenen Flugsanddünen und den trockenen Eichen-Kiefernwäldern.

Lediglich die offenen südexponierten Dünenflächen, die den FFH-Lebensraumtypen "Dünen mit offenen Grasflächen mit Silbergras und Straußgras" sowie "Trockene, kalkreiche Sandrasen" entsprechen, benötigen eine extensive Pflege. Diese besteht vor allem in der gelegentlichen Entnahme von bedrängenden Gehölzen und der extensiven Beweidung mit Schafen. Die Wiederansiedlung der Sand-Silberscharte (Jurinea cyanoides) soll mit Hilfe von Saatgut aus der nächstgelegenen Population an der Elbe in Sachsen-Anhalt durchgeführt werden. Die Sand-Silberscharte ist die einzige in Mecklenburg-Vorpommern vorkommende prioritär zu schützende Pflanzenart des Anhangs II der FFH-Richtlinie und kam bis 2008 noch hier vor. Durch ein Windereignis wurde der letzte Bestand dieser Art übersandet. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern beauftragte daher das StALU WM, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie und dem Amt für das Biosphärenreservat mit der Organisation dieses landesweit ersten Wiederansiedlungsprojektes. Nur mit Unterstützung seitens der Naturschutzverwaltung in Sachsen-Anhalt, die bereits positive Erfahrungen mit der Ansiedlung dieser zu den Korbblütlern gehörenden Pflanzenart der kontinentalen Sandsteppen gemacht hat, war es möglich, auch das naturräumlich passende Saatgut zu erhalten. Die Wiederansiedlung wird auch wissenschaftlich begleitet. Wenn das Projekt Erfolg hat, wird in den nächsten Jahren zu den vielen bunt blühenden Pflanzen noch das Purpur der Sand-Sillberscharte hinzukommen und das Herz der Besucher erfreuen. Gleichzeitig wird der Bestand der nordwestlichste Vorposten der sonst eher kontinentalen Art in Europa sein.

(Quelle: www.stalu-mv.de)