Öffentlichkeitsbeteiligung zum Gesetz über Biosphärenreservat Elbe eingeleitet

Übersicht zu den Detailkarten

Übersicht zu den Detailkarten

Der mecklenburgische Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats "Flusslandschaft Elbe" soll landesrechtlich unter Schutz gestellt werden. Dazu wurde nach intensiven Vorgesprächen vor Ort und in der Landesregierung im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern ein Gesetzentwurf erarbeitet. Das Landeskabinett hat jetzt den Weg für den nächsten Schritt im Gesetzgebungsverfahren freigemacht. Die Beteiligung der betroffenen Kommunen und in der Region aktiven Verbände und Vereinigungen beginnt unverzüglich.

"Besonders wichtig ist es mir, die Bürger vor Ort in den Prozess der Gesetzgebung direkt und wirksam einzubeziehen", betont Umweltminister Dr. Till Backhaus, "deshalb führen wir eine über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehende und freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Ich bitte die Betroffenen, diese Möglichkeit der Stellungnahme wahrzunehmen und erhoffe mir einen regen Austausch zum Gesetzentwurf", so der Minister weiter.

Alle Betroffenen haben bis zum 28. Juni 2013 Gelegenheit, Anregungen und Bedenken zu äußern. Damit der aktuelle Gesetzentwurf möglichst umfassend bekannt wird, liegt er mit allen Karten vom 13. Mai bis zum 13. Juni in den Ämtern und amtsfreien Städten aus, die im Biosphärenreservat liegen. Darüber hinaus sind sie im Amt für das Biosphärenreservat in Boizenburg und beim Landkreis Ludwigslust-Parchim in Ludwigslust einsehbar.

Der Gesetzentwurf mit Übersichtskarte und Abgrenzungskarten des Gebietes ist auch unter www.lu.mv-regierung.de verfügbar. Unter www.elbetal-mv.de gibt es zudem aktuelle Informationen aus dem Biosphärenreservat.

Hintergrund:

Das Weltnetz der Biosphärenreservate wurde 1976 von der UNESCO im Rahmen des Programms "Man and Biosphere" (MAB) gegründet und durch die Sevilla-Strategie (1996) und den Madrid Action Plan (2008) weiterentwickelt. Ziel ist die Erprobung nachhaltiger Wirtschaftsformen, um den globalen Herausforderungen zu begegnen. Das mecklenburgische Elbetal wurde 1997 als Teil des Biosphärenreservats "Flusslandschaft Elbe" zusammen mit Anteilen in den Ländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von der UNESCO anerkannt.

Mit dem Gesetzentwurf soll das Gebiet des mecklenburgischen Teils des gegenüber der UNESCO gemeldeten länderübergreifenden Biosphärenreservats "Flusslandschaft Elbe" landesrechtlich als Biosphärenreservat unter Schutz gestellt werden. Bislang ist es nur als Naturpark "Mecklenburgisches Elbetal" festgesetzt.

Durch deutsche Teilung lag das Elbetal viele Jahrzehnte abseits der wirtschaftlichen Zentren. Die Staustufe in Geesthacht ist das einzige Querbauwerk der Elbe in Deutschland und die Ufer sind nicht wie bei anderen deutschen Strömen auf langen Strecken massiv befestigt. Die Elbe ist der einzige sandführende Strom in Deutschland. Die Niederungen der Elbe und der Nebenflüsse sind von wechselnden Wasserständen und teils extensiver Bewirtschaftung bestimmt. So konnte sich eine einzigartige Kulturlandschaft erhalten. Diese gilt es, weiter zu erhalten und mit den verschiedenen Nutzungsansprüchen in Einklang zu bringen.

Quelle: Nr. 124/2013 - 30.04.2013 - LU - Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz