Fördervereine unterstützen Netzwerkarbeit in den UNESCO-Biosphärenreservaten Schaalsee und Elbe

Minister Backhaus (2.v.li.) überreicht die Zuwendungsbescheide an Gerd Schriefer (li.), Geschäftsführer des Fördervereins Biosphäre Schaalsee e.V., und Harald Jäschke (re.), Vorsitzender des Fördervereins Biosphäre Elbe MV e.V. im Beisein der Vorsitzenden des Nationalen MAB-Komitees der UNESCO Dr. Christiane Paulus.

[Boizenburg/Zarrentin] Minister Dr. Till Backhaus übergab am 12. September in Boizenburg zwei Zuwendungsbescheide aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) an die Fördervereine Biosphäre Schaalsee e.V. und Biosphäre Elbe MV e.V.. Mit der Summe von 140 T € bzw. 150 T € werden ab Oktober 2016 schwerpunktmäßig die Arbeit zweier Netzwerkkoordinatoren sowie Projekte zum Aufbau der Biosphärenreservats-Netzwerke gefördert. Damit wird insbesondere die Entwicklungsfunktion der beiden UNESCO-Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe M-V in den Bereichen Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung und Modellhaftigkeit unterstützt.
 
Die entstehenden Biosphärenreservats-Netzwerke aus Interessengruppen wie etwa Landwirten, Akteuren aus dem Bereich Naturschutz, Forschern, Beratern sowie Unternehmen des Agrar- und Nahrungsmittelsektors sowie des ländlichen Tourismus, werden in enger Abstimmung mit dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe von den beiden Fördervereinen der Biosphärenreservate aufgebaut und getragen. Nach Kenntnis von Umweltminister Dr. Till Backhaus ist das Netzwerk-Projekt mit einer Laufzeit von zunächst drei Jahren ein bundesweit bisher erstmals beschrittener Weg, durch den die anspruchsvollen Aufgaben der UNESCO-Biosphärenreservate im Bereich ihrer Entwicklungsfunktion unter Einbeziehung regionaler und weiterer Partner erfüllt werden können. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern wird diese modellhaften Projekte intensiv begleiten und evaluieren, um so deren Erfolg zu sichern. Für die Projektumsetzung wünscht Minister Backhaus den beiden Vertretern der Fördervereine, Gerd Schriefer als Geschäftsführer des Fördervereins Biosphäre Schaalsee e.V. und Harald Jäschke als Vorsitzender des Fördervereins Biosphäre Elbe MV e.V., viel Erfolg. Für die beiden Akteure sind dies ganz konkrete Ziele wie z.B. der weitere Ausbau des Biosphärenbandes Schaalsee-Elbe, die Steigerung der regionalen Attraktivität der Biosphärenreservate für die Metropolregion Hamburg, die Professionalisierung der Marketinginitiative „Biosphärenrind“, die Unterstützung bei Herstellung und Vermarktung von Bioprodukten aus den UNESCO-Biosphärenreservaten Flusslandschaft Elbe und Schaalsee und natürlich die weitere Entwicklung der Regionalmärkte in Dömitz und Zarrentin am Schaalsee.
 
Hintergrund:
UNESCO-Biosphärenreservate sind Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung, welche das Miteinander von Mensch und Natur gleichrangig berücksichtigen. Die Netzwerkarbeit soll unter Beachtung der internationalen und nationalen Zielsetzungen für die UNESCO-Biosphärenreservate sowie der naturschutzfachlichen und -rechtlichen Rahmenbedingungen dazu beitragen, die Zusammenarbeit von Akteuren aus den Bereichen Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Weiterverarbeitung, Vermarktung, Tourismus und Verkehr sowie der in diesen Bereichen tätigen Vereinen, Verbänden und Partnern aus Wissenschaft und Forschung in den beiden Biosphärenreservaten signifikant zu stärken. Dabei soll den Unternehmen der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft eine Schlüsselrolle zukommen, indem Verknüpfungen zwischen nachhaltiger regionaler Wertschöpfung aus Agrarprodukten mit denen aus Tourismusprodukten (Erholung und Naturerlebnis) und aus Verkehrsangeboten (umweltfreundliche Mobilität) optimiert oder neu entwickelt werden. Durch den direkten Dialog und die enge Kooperation zwischen Praktikern der Agrarbranche und des Naturschutzes sowie Vertretern der angewandten Forschung und Wissenschaft soll außerdem ein Beitrag dazu geleistet werden, dass Ergebnisse schneller verbreitet und somit die Entwicklung innovativer Produkte und Methoden beschleunigt wird und umgekehrt auch Impulse für künftige Forschungsarbeiten gegeben werden können.