Wieder Kurven für die Schaale zwischen Hühnerbusch und Blücher

Am neu geschaffenen Einlauf wird noch einmal die Höhe der Kiesschwelle im Altarm kontrolliert: Herr Ott, Baggerfahrer Westabau, Herr Fischer, Bauleiter Westabau und Frau Rösner, Planerin vom Ingenieurbüro Möller

Hier strömt bei mittleren Wasserständen das Wasser durch den wieder angeschlossenen Altarm. Die neue Flusssohle wurde mit Kies und Totholz stabilisiert.

Am Auslauf des Altarms wurde die neue Flusssohle in einem sanften Winkel an die Schaale angeschlossen und mit Kies und Totholz stabilisiert.

Bereits im Sommer 2018 hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe mit den Planungen für den Anschluss eines Altarms der Schaale begonnen. Nun sind die Bauarbeiten an dem alten Flussbett fast abgeschlossenen und die Schaale nordwestlich von Blücher wird ein Stück naturnäher.

Eine Begradigung der Schaale im Jahr 1963 ermöglichte eine bessere Bewirtschaftung der anliegenden Äcker sowie eine einfachere Gewässerpflege und Befahrbarkeit des kleinen Flusses im Norden des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern. Die damalige Flussbegradigung hatte jedoch nicht nur Vorteile. Die schnellere Fließgeschwindigkeit und die abwechslungsarmen Ufer wirkten sich sowohl negativ bei Hochwasser als auch auf die Lebewesen am Ufer und im Wasser aus.


Die Schaale und ihre Uferbereiche stehen aufgrund der besonderen naturräumlichen Ausstattung unter europäischem Schutz: sie sind Teil des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB, ehemals Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) „Schaaletal mit Zuflüssen und nahe gelegenen Wäldern und Mooren“ (DE 2531-303) sowie des europäischen Vogelschutzgebietes "Mecklenburgisches Elbetal" (DE 2732-473). Als Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ müssen die ökologischen Bedingungen aufgewertet und der Zustand für die dort lebenden und besonderen Tierarten, wie Fischotter, Biber sowie Bitterling und Steinbeißer, erhalten werden. Dafür bedarf es dringender Verbesserungen der Gewässerstruktur und des Nahrungsangebotes. Vorangegangene Planungen, wie die FFH-Managementplanung und der Planfeststellungsbeschluss zum LIFE-Projekt „Wiederherstellung der Flusslandschaft Sude-Schaale“ sahen dafür als Entwicklungsmaßnahme die beidseitige Anbindung an den noch vorhandenen, aber abgetrennten Altarm der Schaale zwischen Hühnerbusch und dem Polder Blücher vor.

Der Altarm wird nun baulich so angeschlossen, dass er bei mittleren Wasserständen der Schaale wieder durchflossen wird. Der begradigte Teil des Schaalelaufs bleibt weiterhin Hauptwasserabfluss. Für den Anschluss des Einlaufs erfolgt der Ausbau eines Grabens auf dem alten Muldenprofil. Am südlicheren Anschluss des Auslaufs erfolgt die Anlage eines flachen Grabens in einem sanften Winkel zur Schaale, um die Uferstabilität zu gewährleisten. Die neuen Uferbereiche sind mit Kiesschwellen versehen und mit Totholz stabilisiert, die zahlreichen Uferbewohnenden Tierarten einen neuen Lebensraum bieten. Die Bauarbeiten führt die Firma WESTA Bau GmbH durch. Diese werden bis Ende Februar abgeschlossen sein.

Durch die Renaturierungsmaßnahme wird die natürliche Dynamik des Fließgewässers erhöht; bei Hochwasser besteht zudem ein geringeres Überflutungsrisiko und auch die Artenvielfalt für die im und am Wasser lebenden Tier- und Pflanzenarten wird sich verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie gerne beim Biosphärenreservatsamt: Tel. 038851 3020.