„Das grüne Band – 20 Deutsche Einheit“

Foto: Stattliche Buche am herbstlich romantischer Wanderweg im NSG Elbhang-Vierwald.

Familienwanderung am 07.11.2010 mit der Rangerin auf (nicht vergessenen) historischen Spuren vom ehemaligen Sperrgebiet Boizenburg-Vier ins heutige Naturschutzgebiet „Elbhang-Vierwald“, dem südwestlichsten Teilstück des mecklenburgischen "Grünen Bandes".


Im UNESCO Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe stehen im Herbst 2010 nicht nur die farbenfrohen Wälder sowie die Zug- und Rastvögel im Mittelpunkt des Interesses, sondern auch ein besonders für die hiesige Elbregion historisches Ereigniss: Vor 20 Jahren konnte die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert werden. Der Elbstrom markierte im Bereich von Schnackenburg bis kurz vor Lauenburg einen Teil dieser ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Nachdem vor 21 Jahren 'die Mauer' in Deutschland fiel, bildet die ehemalige innerdeutsche Grenze mit ihren 1.393 Kilometern Länge den längsten und einzigen länderübergreifenden Biotopverbund Deutschlands: Entlang des "Grünen Bandes" liegen wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten und faszinierende Nationale Naturlandschaften, so auch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.


In Anbetracht der vegangenen zwei Jahrzente stellt sich sowohl für viele Besucher und auch Einheimische der Elbregion die Frage, "Wo und wie war eigentlich der Grenzverlauf?" oder "Wie sah es damals im Sperrbezirk auf dem Elbberg in Vier aus?". Um solche Fragen zu beantworten und um das Grüne Band erlebbar zu gestalten, lädt die Biosphärenreservatsverwaltung am Sonntag, den 07. November, zu einer Familienwanderung „Das grüne Band – 20 Deutsche Einheit“ in den Norden des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe ein. Treffpunkt ist um 13.00 Uhr die Biosphärenreservatsverwaltung auf dem Elbberg in Boizenburg-Vier, wo Rangerin Simone Schneider die Herbstwanderer empfängt. Von diesem historischen Ort unweit der ehemaligen Transitkontrollstelle der DDR führt die Wanderung entlang des heutzutage erlebbaren "Grünen Bandes". Vorbei am Aussichtsturm Elwkieker - inkl. herrlichem Elbe-Panoramablick - geht es ins herbstliche Naturschutzgebiet Elbhang-Vierwald bis zum Köpelberg. Für norddeutsche Verhältnisse ist die knapp dreistündige Rundwanderung eine ganz anständige "Berg- und Talfahrt", so die Rangerin, die den bunt gefärbten Laubmischwald und die eiszeitlich geprägten Kerbtäler entlang des wild-romantischen Elbhangweges bestens kennt. Gutes Schuhwerk und ein wenig Kondition sollten daher vorhanden sein. Geeignet, lehrreich und spannend ist die Tour auf jeden Fall für die ganze Familie, jedoch bitte am besten ohne Kinderwagen!. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, weitere Informationen sind selbstverständlich telefonisch bei der Biosphärenreservatsverwaltung erhältlich (038847-624840).


Wer im Vorfeld oder anschließend noch Zeit ind Interesse hat, der lann auf dem Elbbreg in Vier das neu gestaltete Elbbergmuseum gegenüber dem Parkplatz und Restaurant "Checkpoint Harry" besuchen. Das Elbbergmuseum mit seiner Geschichte zur innerdeutschen Grenze im Kreis Hagenow befindet sich an der bis 1990 genutzten Transitkontrollstelle der DDR. Hier wurde der Autoverkehrs in Richtung Grenze und in das Grenzsperrgebiet überwacht. Dank des neuen Museums ist der ehemalige Kontrollturm mit Toninstallation zu den Themen "Leben im Sperrgebiet, Flucht und Zwangsaussiedlung" nun zugänglich.