Presse

19.11.19

Projekt zur Kopfweidenpflege fortgeführt

Sechs der insgesamt 20 gepflegten Kopfweiden im Polder Blücher (Foto: S. Kiehn, Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe)

Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe fördert mit der Kopfweidenpflege im ehemaligen Polder Blücher die Artenvielfalt und die Kulturlandschaft im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V. Ziel des Kopfweidenprojektes ist es, die wertvollen alten Weiden als wichtigen Lebensraum für standort- und lebensraumtypische Pflanzen und Tiere zu erhalten und als Biotopverbundsystem zu fördern.

Viele der für das Elbetal so charakteristischen Kopfweiden prägen den ehemaligen Polder Blücher im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V. Bei genauerem Hinsehen kann man feststellen, dass sie zudem ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten sind. Durch ihren vergleichsweise hohen Anteil an Totholz bieten gerade alte Kopfweiden ideale Bedingungen für viele holzliebende Insekten und ihre Larven, wie z.B. den seltenen Eremiten. In den ausgefaulten Kopfweiden finden auch Höhlenbrüter, wie der gefährdete Steinkauz, aber auch Grauschnäpper, Garten- und Hausrotschwanz geeignete Bruthöhlen. Um diese Kulturlandschaftselemente, die viele Jahrhunderte als Nutzpflanze oder zur Grenzmarkierung geschätzt wurden, mit ihren wichtigen Funktionen zu erhalten, ist eine regelmäßige Pflege notwendig. Alle drei bis acht Jahre sollten die Äste zurückgeschnitten werden, damit die Last für den Weidenstamm verträglich bleibt.
Für 20 der von den Rangern kartierten und begutachteten Kopfweiden unweit der Kirche Blücher war es im Oktober soweit. Da die Kopfhöhe der Weiden im Mittel zwischen 2,0 und 3,5 Metern liegt und der Deichfuß nur mit Kettenfahrzeugen befahren werden darf, wurde die Pflegeleistung von einem regionalen Fachunternehmen professionell ausgeführt.
Träger des Kopfweidenprojektes ist der Förderverein Biosphäre Elbe MV e.V., der mit Fördergeldern für „Maßnahmen des Biotop- und Artenschutzes“ die Umsetzung finanziert. Finanziell unterstützt wird er dabei durch die NUE-Stiftung aus Erträgen der „Lotterie Bingo! Die Umweltlotterie“.