Presse

07.12.17

Kiefernforste im Vierwald werden naturnäher!

Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe arbeiten gemeinsam daran die Flächen des Nationalen Naturerbes im Vierwald naturnäher zu gestalten.

Mitarbeiter und Ranger des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe begutachten den Kiefernforst am Waldrand zwischen dem Elberadweg und der Bundesstraße B 5.

Inge Suhren und Jörg Stübe planen gemeinsam die Maßnahmen für den Waldumbau

Im Norden des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe, konkret im Bereich des Vierwaldes zwischen den Städten Boizenburg/Elbe und Horst sowie der Bundesstraße, B 5, und dem ehemaligen Kolonnenweg, hat der Bund dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Stiftung Umwelt- und Naturschutz M-V im Jahr 2011 bzw. 2013 vier große Waldflächen als „Nationales Naturerbe“ übertragen (insg. ca. 61 Hektar).

Das Besondere an Flächen des Nationalen Naturerbes ist die ungestörte Entwicklung der biologischen Vielfalt für nachfolgende Generationen.

„Bevor diese Wälder den nachfolgenden Generationen als Orte der biologischen Vielfalt dienen und sich ohne das Zutun des Menschen nach eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln können, müssen wir naturschonende waldbauliche Maßnahmen initiieren“, informiert Forstamtsleiter Jörg Stübe vorab. „Noch sind die uns übertragenden Waldstücke jedoch überwiegend eintönige Kiefernforste“, sagt Inge Suhren, Dipl.-Forstwirtin vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe. Deshalb ist in diesem Bereich ausnahmsweise eine Holznutzung erlaubt - nicht zur Erwirtschaftung eines Gewinns, sondern vielmehr zur Erhöhung der Naturnähe der Wälder.

Jetzt im Winter, voraussichtlich ab Januar, werden hauptsächlich für das Gebiet untypische Baumarten, sprich Nadelbäume entnommen. Vorhandene Laubbäume werden freigestellt, um ihnen mehr Raum zum Wachsen zu geben. Entlang des viel befahrenen Elberadweges an der B 5 muss aufgrund der Verkehrssicherungspflicht vergleichsweise stark eingegriffen werden. Im Vorfeld dieser Maßnahmen wurden dazu die vorhandenen Höhlenbäume, z.B. für den Schwarzspecht, und Horstbäume für Greifvögel von den Rangern des Biosphärenreservatsamtes kartiert und ausgezeichnet.

Im Zuge des Waldumbaus soll zukünftig ein gesunder und artenreicher Laubmischwald entstehen, der widerstandsfähig ist gegenüber Schädlingen, Stürmen und Schneeereignissen. „Bis dieses Ziel erreicht und der Waldumbau abgeschlossen ist, vergehen jedoch noch ein paar Jahrzehnte“, so Stübe. Dagegen werden die im Dezember für die Abfuhr des Nadelholzes extra befestigten Wege bereits nach einigen Jahren wieder zurückgebaut.