Presse

16.01.19

Schutzmaßnahmen für die europaweit geschützte Sand-Silberscharte

Die vom Aussterben bedrohte Sand-Silberscharte kommt in Mecklenburg-Vorpommern nur auf den Binnendüne Klein Schmölen in der Nähe von Dömitz vor. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe startet deshalb mit einem Naturschutzprojekt, um diese gefährdete Pflanzenart zu erhalten.

Dauerbeobachtungsfläche für das Monitoring der ca. 20 bis 70 cm hoch wachsende und lila blühenden Sand-Silberscharte (N. Meyer, StALU Westmecklenburg)

Auf den Projektflächen werden Strandhafer und die gärtnerisch vorgezogenen Keimlinge der Sand-Silberscharte eingepflanzt, bevor sie zum Schutz eingezäunt werden.

Agraringenieurin Gisela Twenhöven beim Einpflanzen der vorgezogenen Keimlinge der Sand-Silberscharte.

Drei Keimlinge der Sand-Silberscharte in einem von 720 gärtnerisch vorgezogenen Keimlingstöpfen.

Das „Pflanzteam“ (v.l.n.r.): Rosanna Darley, Projektkoordinatorin im Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, Gisela Twenhöven von „Giselas Saatfabrik“, Björn-Christian Russow vom IFAÖ und Carsten Siewertsen, Mitarbeiter „Giselas Saatfabrik“

Sie ist eine ganz besondere Pflanze, die purpurrot blühende Sand-Silberscharte: Zum einen kommt die in Mecklenburg-Vorpommern lange Zeit verschollene Pflanzenart nur auf der Binnendüne Klein Schmölen vor, denn hier hat sie idealen Lebensraum: sehr trockene und nährstoffarme Böden. Zum anderen handelt es sich bei der 1995 wiederentdeckten Art um Mecklenburg-Vorpommerns einzige „Prioritäre Pflanzenart“ von gemeinschaftlichem Interesse. So werden von der Europäischen Union Tier- und Pflanzenarten eingestuft, für die sie eine hohe Verantwortung trägt und für die es umgehend Schutzmaßnahmen einzuleiten gilt.

Die Binnendüne Klein Schmölen, welche auch in der Pflegezone des UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern liegt, gehört zu dem Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB, ehemals Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) „Elbtallandschaft und Löcknitzniederung bei Dömitz“ und ist damit Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe startete deshalb noch im Dezember 2018 mit dem Naturschutzprojekt zur Stärkung des Vorkommens der gefährdeten Sand-Silberscharte und damit auch zum Erhalt dieses europaweit geschützten Lebensraums.
Das Projekt wird von der EU durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert und wissenschaftlich vom IfAÖ Institut für Angewandte Ökosystemforschung GmbH aus Rostock begleitet.

Zu Beginn des Projektes wurden drei ca. 1.200 - 1.500 m² große Dünenflächen für eine Ansaat und Pflanzung vorbereitet. Dazu wurde ein Teil des Oberbodens bis zu einer Schichtstärke von 20 - 30 cm abgetragen und abgefahren.
Am 15. Januar konnte das für dieses Projekt erzeugte Saatgut fachgerecht in den Dünensand eingebracht und die bereits gärtnerisch vorgezogenen Keimlinge der Sand-Silberscharte nach einem genauen Pflanzplan eingepflanzt werden. Da die Pflanzen Frost sehr gut vertragen können und der Boden durch den bisher milden Winter gut bearbeitet werden konnte, bot sich der durchaus ungewöhnliche Monat Januar dafür an. Mit dieser nicht ganz alltäglichen Arbeit war die Agraringenieurin und „Wildpflanzenvermehrerin“ Gisela Twenhöven beauftragt.
Die neu geschaffenen Ansiedlungsflächen werden anschließend durch einen Zaun vor Tritt und Verbiss geschützt. Bis sich die jungen Bestände der Sandsilberscharte etabliert haben, finden in den nächsten beiden Jahren jeweils im Herbst Nachpflanzungen statt. Das Projektende ist für den Herbst 2020 anvisiert.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie gerne beim Biosphärenreservatsamt: Tel. 038851 3020.