Wie geht es den Wildbienen?

In dieser Woche wurden durch die Ranger des Biosphärenreservatsamtes Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt. Es geht bei dem Projekt jedoch nicht in erster Linie darum, den Bienen einen Platz für ihre Kinderstube anzubieten. Vielmehr will man die Lebensweise der Wildbienen und ihre Ansprüche an ihren Lebensraum besser kennenlernen.

Aufbau der Nisthilfe für Wildbienen © E. Dornblut
Aufbau der Nisthilfe für Wildbienen

Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe beteiligt sich an einem bundesweiten Wildbienenmonitoring des  Thünen-Institutes. Das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei entwickelt eine bundesweit einheitliche Methode zur bestandschonenden und tötungsfreien Erfassung von Wildbienen in Agrarlandschaften.

Rund 50 % der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Die Veränderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsformen gelten als Hauptursache für den Rückgang der biologischen Vielfalt. Deshalb spielt die Landwirtschaft auch eine wichtige Rolle für den Erhalt und die Förderung von Insekten. Eine bundesweit einheitliche Datengrundlage zum Zustand und zur Entwicklung der Populationen von Wildbienen in Agrarlandschaften fehlt jedoch. Das will das Thünen-Institut mit seinem mehrjährig angelegten Forschungsprojekt ändern.

Auf ausgewählten Flächen in der Agrarlandschaft Deutschlands werden Nisthilfen für Wildbienen aufgestellt. Etwa 550 verschiedene Wildbienenarten gibt es in Deutschland. Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Bestimmung der Arten nicht durch den Fang der Tiere erfolgt, sondern durch ein Fotomonitoring der Nisthilfen. Hierzu wird die Nisthilfe mehrmals im Jahr auseinandergebaut und es werden Fotos von den 25 Nist-Brettchen angefertigt. Welche Niströhren sind besetzt? Welches Material wurde eingetragen? Wie groß sind die Larven? Anhand der Fotos können diese Fragen von Experten beantwortet und die Bienenarten bestimmt werden. Zum Ende der Brutzeit können die jungen Bienen aus der Nisthilfe unbeschadet ausfliegen.

Durch die Ranger des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe werden insgesamt 30 Nisthilfen im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V  und 24 Nisthilfen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee aufgestellt und ausgewertet. Besonders erfreulich ist, dass sich auch Privatpersonen an dem Projekt beteiligen, indem sie Flächen für die Nisthilfen zur Verfügung stellen.

Einzelteile der Nisthilfe © E. Dornblut
In den Gängen dieser Brettchen werden die Wildbienen ihre Nester anlegen. Da sich diese Nester von Art zu Art ...
In den Gängen dieser Brettchen werden die Wildbienen ihre Nester anlegen. Da sich diese Nester von Art zu Art unterscheiden, kann man durch ein Fotomonitoring erkennen, welche Arten die Nisthilfen besiedeln.
Die Nisthilfe für Wildbienen wird durch die Ranger aufgestellt. © E. Dornblut
Die Brettchen werden zu einer Nisthilfe zusammengebaut. Die Nisthilfen werden dann und an einer geschützten Stelle, nach ...
Die Brettchen werden zu einer Nisthilfe zusammengebaut. Die Nisthilfen werden dann und an einer geschützten Stelle, nach Süden ausgerichtet, aufgestellt.
Nisthilfe für Wildbienen wird aufgebaut © E. Dornblut
An den verschieden großen Einfluglöchern ist zu erkennen, dass verschiedene Wildbienenarten die Nisthilfe besiedeln ...
An den verschieden großen Einfluglöchern ist zu erkennen, dass verschiedene Wildbienenarten die Nisthilfe besiedeln können. Man sieht, dass die Größenunterschiede zwische den einzelnen Wildbienenarten erheblich sind. Zum Schluss werden die Nisthilfen noch mit einem Informationsblatt versehen, auf dem das Projekt erklärt wird.