Pflegemaßnahmen auf der Binnendüne Gothmann

Information zu Pflegearbeiten für den Erhalt, die Sicherung und die Wiederherstellung von besonders geschützten Lebensräumen auf den mageren Trockenrasenflächen.

Binnendüene Bollenberg im Frühsommer © J. Blumrich
Binnendüene Bollenberg im Frühsommer

Die Binnendüne Gothmann liegt in der Pflegezone des UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe M-V. Sie gehört zum Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) „Elbtallandschaft und Sudeniederung bei Boizenburg“ und ist damit Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes „NATURA 2000“. Der hier vorkommende Lebensraumtyp “Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis” (LRT 2330) und der prioritäre Lebensraumtyp “Trockene, kalkreiche Sandrasen” (LRT 6120*) sind wertgebende Schutzgüter des Gebiets von gemeinschaftlicher Bedeutung.

Binnendünen gehören zu den seltensten und wertvollsten Biotopen und Geotopen Mitteleuropas. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie aufgrund der charakteristischen Flora und Fauna bedeutsam für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie für den regionalen Biotopverbund.

Auf den Naturschutzflächen an der Düne Bollenberg finden ab der zweiten Juniwoche Pflegemaßnahmen durch gezielte Mahd und Beweidung statt, um die artenreichen Trockenrasen dauerhaft zu erhalten. Ohne eine regelmäßige Pflege würden die Flächen mit hohen Gräsern, Sträuchern und Gehölzen zuwachsen, wodurch ökologisch wertvolle Lebensräume langfristig verloren gingen. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass die Beweidung mit Schafen allein nicht ausreicht, um die Flächen im gewünschten naturschutzfachlichen Zustand zu erhalten.

Von den Pflegemaßnahmen profitieren zahlreiche Insektenarten wie Wildbienen, Heuschrecken und Schmetterlinge, aber auch seltene Pflanzenarten und Tiere, die auf offene Landschaften angewiesen sind, wie z.B. Bodenbrüter und Zauneidechsen. Die Mäharbeiten, die teilweise noch in der Brutzeit von Bodenbrütern stattfinden, werden möglichst schonend und fachlich abgestimmt durchgeführt. Die zu mähenden Bereiche werden vorab begangen und ca. 20 % der Trockenrasenflächen bleiben als Rückzugsraum und Schonfläche erhalten.

Mit den unterschiedlichen Flächeneigentümern sind die Maßnahmen im Vorfeld abgestimmt und deren Einverständniserklärungen zu den Maßnahmen liegen vor.


Für Fragen oder Hinweise stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

C. Laschke:

E-Mail: C.Laschke(at)bra-schelb.mvnet.de
Tel: 0385 588 631-37
 

V. Bödewadt

E-Mail: viola.boedewadt(at)loki-schmidt-stiftung.de
Tel: 040 28 40 998-36

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung beim Erhalt dieser wertvollen Lebensräume!

Übersichtskarte des Projektgebietes mit den zu mähenden Flächen © Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe
Übersichtskarte des Projektgebietes mit den zu mähenden Flächen

Die Ziele des Projektes “Pflegemaßnahmen für den Erhalt, die Sicherung und die Wiederherstellung der FFH-Lebensraumtypen (LRT) 2330 und 6120* auf der Binnendüne Gothmann im GGB DE 2630-303” sind:

  • Erhalt der Silbergras- und Schillergras-Pionierfluren und blütenreichen Sandtrockenrasen als typische, offene und dynamische Binnendünenstrukturen und -pflanzengesellschaften (FFH-Lebensraumtypen 2330 und 6120*),
  • Förderung dynamischer Prozesse durch Weidetiere zur Schaffung von Offenboden und Vegetationslücken als Pionierstandorte für von Sanddynamik abhängigen charakteristischen Arten wie Sand-Silbergras, Frühlings-Spark sowie Bauernsenf und zur Zurückdrängung des invasiven neophyptischen Kaktusmooses,
  • Offenhaltung der Flächen durch ein Gehölzmanagement zur Vermeidung der Ausbreitung von Zitter- und Silberpappel, Kiefer, Robinie, Spätblühende Traubenkirsche, Stieleiche,
  • Zurückdrängung von Störzeigern und Vergrasung (nitrophile Hochstauden, Kaktusmoos, Landreitgras, Glatthafer, Strandhafer),
  • Reduzierung der Streuauflage in ruderalisierten Sandtrockenrasen,
  • Aushagerung durch Mahd und Beweidung,
  • Erhalt eines Mosaiks an Biotop- und Blühstrukturen für Insekten durch unterschiedlich intensiv genutzte Bereiche (Erhalt von Hochstaudensäumen als Nahrungs- und Überwinterungshabitat), Totholz (stehendes und liegendes Totholz).

Die Vorbereitung und Begleitung des Vorhabens wird durch das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe sichergestellt.

Der Projektträger ist die LOKI SCHMIDT STIFTUNG.



Die Kofinanzierung erfolgt über die EU im Rahmen einer Zuwendung entsprechend der Richtlinie für Vorhaben zur Umsetzung von Natura 2000 und zur Verbesserung der Biodiversität (Natura 2000-Förderrichtlinie – Nat2000FöRL).