Reges Interesse an Informationsveranstaltung zum Hochwasserschutz für Boizenburg

Am Montag, 23. März 2026, stieß die gemeinsame Informationsveranstaltung vom StALU Westmecklenburg und dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe zum Verbundprojekt „Rückverlegung Hafendeich sowie Neubau Altstadtdeich und Sude-Hochwassersperrwerk“ auf großes Interesse.

Carsten Hertwig vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe begrüßt zur Infoveranstaltung. © D. Foitlänger
Carsten Hertwig vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe begrüßt zur Infoveranstaltung.

Zur Informationsveranstaltung kamen über 60 Interessierte in den Medienraum EinFlussReich auf den Elbberg in den Boizenburger Ortsteil Vier.


Eingangs wurde das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU WM) kurz vorgestellt:

  • In Mecklenburg-Vorpommern gibt es vier Staatliche Ämt für Landwirtschaft und Umwelt. Diese sind untere Landesbehörden im Ressort des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt (LM).
  • Die Staatlichen Ämt für Landwirtschaft und UmweltVielfältige haben vielfältige Tätigkeitsbereiche in den Bereichen Landwirtschaft/EU-Förderangelegenheiten, Integrierte ländliche Entwicklung, Naturschutz, Wasser und Boden, Immissions- und Klimaschutz sowie Abfall- und Kreislaufwirtschaft.
    Der Sitz des StALU WM ist in Schwerin mit drei Außenstandorten in Boizenburg/Elbe, Dömitz und Farpen
  • Für Verbundprojekt „Rückverlegung Hafendeich sowie Neubau Altstadtdeich und Sude-Hochwassersperrwerk“ ist das StALU WM mit seiner Abteilung 4 “Naturschutz, Wasser und Boden” im Dezernat 43 “Staatlicher Wasserbau, Hochwasser- und Küstenschutz, Gewässerunterhaltung” zuständig.

    Im Anschluss wurden die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie zur Wiederherstellung von Überflutungsflächen zwischen der Hafenmauer in Boizenburg und der Landesgrenze zu Niedersachsen in zwei Präsentationen vorgestellt:
  • Hochwassersicherheit und Naturschutz vereint: Neue Schutzlinie und Retentionsfläche in Boizenburg
  • Hochwasserschutz Boizenburg/Elbe – Rückverlegung Hafendeich aus Sicht der unteren Naturschutzbehörde
Projektgebiet © StALU Westmecklenburg
Projektgebiet

Projekt Hochwasserschutz Boizenburg

Hochwasserschutz Boizenburg (Quelle: StALU WM, Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg)

Ausgelöst durch diverse Hochwasserereignisse der Elbe seit 2002 haben sich die Elbeanliegerländer 2009 auf einen Bemessungshochwasserabfluss von 4.545 m³/s und einen Bemessungshochwasserstand (BHW) von +7,99 m am Pegel Wittenberge verständigt. Für den Pegel Boizenburg entspricht dies einem BHW von +7,58 m. Auf Grundlage einer durchgeführten Defizitanalyse, mit dem Ansatz einer neuen BHW-Linie aus dem Jahre 2015, ergab sich für die Hochwasserschutzlinie (HWS-Linie) zwischen Hafenmauer in Boizenburg und der Landesgrenze zu Niedersachsen ein Freiborddefizit von bis zu 0,97 m. Zudem wurde dieser Abschnitt mit der höchsten Sanierungspriorität für eine Deichsanierung eingeschätzt.

Aus diesem Grund wurde durch das StALU WM die Planung zur Behebung des Defizits der Hochwasserschutzlinie zwischen Hafenmauer in Boizenburg und der Landesgrenze zu Niedersachsen priorisiert erstellt und der Ausbau beantragt. Beim beantragten Vorhaben handelt es sich um ein Verbundprojekt aus zwei Teilprojekten.

Das Teilprojekt 1 „Rückdeichung Hafendeich“ beinhaltet die Planung der Hochwasserschutzlinie zwischen Hafenmauer Boizenburg bis zum Anschluss an den rechten Sudedeich nördlich der Ortschaft Gothmann.
Teilprojekt 2 „Sude Hochwassersperrwerk“ beinhaltet die Planung eines neuen Hochwassersperrwerks sowie die Erhöhung der Elbedeiche Boizenburg und Mahnkenwerder bis zur Landesgrenze Niedersachsen.


+++ Hinweis +++

Weitere Projekt-Informationen zu Bauphasen, den Planfeststellungsunterlagen sowie aktuelle Meldungen finden sie beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg.

 

Stand der vorbereitenden Deichbaumaßnahmen im November 2025 © StALU WM
Stand der vorbereitenden Deichbaumaßnahmen im November 2025 (Bereich des Lageplans Süd)