Biosphärenreservat Flusslandschaft
Elbe-Mecklenburg-Vorpommern

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... und vom Menschen geprägt.

Schon im frühen Mittelalter begannen unsere Vorfahren, das Elbetal nach ihren Bedürfnissen zu formen. Damals kristallisierte sich die Kulturlandschaft heraus, die wir heute vorfinden.

Der Großteil der nach der Weichselkaltzeit entstandenen Wälder wurde abgeholzt, um Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen, zu heizen, Häuser und Schiffe zu bauen. Die Rodungen veränderten den Wasserhaushalt der Region. Von den entwaldeten Flächen flossen die Niederschläge schneller ab und nahmen mehr Boden mit als jemals zuvor. Das vom Wasser transportierte Material wurde im Flusstal der Elbe als Sand, Schluff und Ton abgelagert oder an den Binnendünen angeweht.

Bereits im 13. Jahrhundert wurde mit dem Deichbau begonnen, um Siedlungen und Felder in den Überschwemmungsbereichen der Flusslandschaft zu schützen. Seitdem entstanden an der Elbe und in den Rückstaugebieten ihrer Nebenflüsse umfangreiche wasserbauliche Anlagen. Heute prägen über 120 Kilometer Deich wesentlich das Landschaftsbild des mecklenburgischen Biosphärenreservates.

Bei hohem Wasserstand in der Elbe kommt es in den Niederungen der Löcknitz sowie der Sude und ihren Zuflüssen Krainke, Rögnitz und Schaale zu einem Rückstau, der sich bis zu einer Entfernung von 25 Kilometern flussaufwärts auswirkt. Auch hinter den Deichen tritt nun hochgedrücktes Grundwasser als „Qualmwasser“ an die Oberfläche. Weiträumig überflutetes Grünland bestimmt jetzt das beeindruckende Landschaftsbild. Zwischen den Deichen erreicht der Strom eine Breite von bis zu drei Kilometern. Höhe und Dauer der Hochwässer sind von der Schneeschmelze und den Niederschlägen im Einzugsgebiet abhängig. Überflutungen können an der Elbe auch im Sommer auftreten, wie das Hochwasserereignis im August 2002 gezeigt hat.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Elbe durch Buhnen endgültig in ihr heutiges, festes Bett gezwungen und so eine ungehinderte Schifffahrt ermöglicht. Trotzdem: Verglichen mit unseren anderen großen Flüssen konnte die Elbe deutlich mehr von ihrem ursprünglichen Charakter bewahren.

Die Elbaue im Naturschutzgebiet  Rüterberg
Die Elbaue im Naturschutzgebiet Rüterberg

Ausgehend von den Klöstern der Region Westmecklenburg spielte ab dem 13. Jh. die Landwirtschaft eine immer größere Rolle. Das Land wurde zunehmend erschlossen, z.B. durch Waldrodung, Trockenlegung mooriger Standorte etc. Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion lag im Getreideanbau. Ab 1850 erlangte die Tierhaltung, insbesondere die Rinderhaltung, an Bedeutung. Die Viehzucht wurde nach der Getreideproduktion zum zweitwichtigsten Wirtschaftszweig. In diesem Zusammenhang wurde die Kultivierung von Grünlandflächen vorangetrieben.



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