Biosphärenreservat- ein Prädikat der UNESCO

Der Begriff "Biosphärenreservat" setzt sich zusammen aus "Biosphäre" (von Lebewesen bewohnter Teil der Erdoberfläche und Atmosphäre) und "Reservat" (von lateinisch reservare = bewahren, retten). Er macht deutlich, worum es in Biosphärenreservaten geht: neue, modellhafte Wege zu gehen, um auch für kommende Generationen eine lebenswerte Welt zu bewahren.

Hier unterscheiden sich Biosphärenreservate ganz deutlich von den anderen beiden Großschutzgebietstypen, die gemeinsam zu Deutschlands „Nationalen Naturlandschaften“ gehören. Nationalparks erhalten großflächig Naturlandschaften getreu dem Motto „Natur Natur sein lassen“. Naturparks und Biosphärenreservate sichern Kulturlandschaften, in Naturparks vor allem zum Zwecke der menschlichen Erholungsnutzung. Die Aufgaben der Biosphärenreservate gehen weit darüber hinaus.

Biosphärenreservate sind wichtigstes Instrument des weltweiten Programms „Der Mensch & die Biosphäre“ (MAB) das 1970 von der UNESCO (Weltorganisation für Wissenschaft, Erziehung und Kultur) ins Leben gerufen wurde. Das MAB-Konzept widmet sich seitdem einer der bedeutendsten (Überlebens-) Fragen unserer Zeit: „Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt und der biologischen Ressourcen mit ihrer nachhaltigen Nutzung in Einklang bringen?“

Durch die UNESCO werden weltweit besonders wertvolle, historische Kulturlandschaften als Biosphärenreservat ausgewiesen, verbunden mit dem Auftrag, die Vielfalt der Arten und Lebensräume zu erhalten und gleichzeitig die Region nachhaltig zu entwickeln.
Biosphärenreservate verstehen Umwelt- und Naturschutz als Entwicklungschance für die Region. Dabei stehen der Erhalt unverwechselbarer Kulturlandschaft sowie die Schaffung von Einkommen und Arbeitsplätzen im Vordergrund.
Wie auf dem letzten Weltkongress zum MAB-Programm im Februar 2008 in Madrid festgestellt wurde, ist vor allem der beschleunigte Klimawandel eine weitere Herausforderung für die Biosphärenreservate. Um notwendige Anpassungsstrategien für die Probleme des 21. Jahrhunderts aufzuzeigen, wurde der „Madrider Aktionsplan“ mit entsprechenden Handlungsempfehlungen und einem Handlungsrahmen für UNESCO-Biosphärenreservate verabschiedet.
Eine weitere Herausforderung für die Biosphärenreservate ist der beschleunigte Klimawandel, für den es rasch Anpassungsstrategien und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten gilt.
Zum Weltnetz von 669 UNESCO-Biosphärenreservaten in 120 Ländern (Stand: Juni 2017), gehören auch noch zwei weitere in Mecklenburg Vorpommern (Schaalsee  und Südost-Rügen). Eine Weltkarte der Biosphärenreservate (Stand 2013) mit Hintergrundinformationen können Sie hier in komprimierter Fassung herunter laden (pdf, 4.5 MB).

Nach den internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate erfüllen Biosphärenreservate drei sich ergänzende Funktionen:

Abbildung: Die drei Funktionen der Biosphärenreservate: Schutz, Entwicklung, Umweltbildung und Forschung
  • eine Schutzfunktion zum Erhalt der gebietstypischen Arten- und Formenvielfalt sowie der naturnahen Ökosysteme
  • eine Entwicklungsfunktion zur Förderung von Modellbeispielen einer ökologisch verträglichen Landnutzung und Regionalentwicklung.
  • eine logistische Funktion zur Förderung von Umweltbildung, Monitoring und Forschung im Auftrag der UNESCO

Die Erfüllung dieser Funktionen wird in Deutschland vom MAB-Nationalkomitee  alle 10 Jahre überprüft. Grundlage dafür sind die „Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten der UNESCO in Deutschland".

Erklärvideo Biosphärenreservat

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