MV will Truppenübungsplatz Lübtheen ökologisch entwickeln

Offene Binnendünen auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen

Offene Binnendünen auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen

Der „Truppenübungsplatz Lübtheen“ wird ab 2014 nicht mehr militärisch genutzt. Mit seiner Schließung gehen 60 Arbeitsplätze in der Standortverwaltung verloren; rund 20 ortsansässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesforst stehen vor einer ungewissen Zukunft. Mittelbar betroffen sind viele Dienstleister rund um den Truppenübungsplatz – ob Bäcker, Elektriker oder Spediteur.

Mit dieser Sorge dürfen wir die Menschen in dieser strukturschwachen Region der Griesen Gegend zwischen Ludwigslust und Lübtheen nicht allein lassen“, betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am Donnerstag vor dem Schweriner Landtag. SPD und CDU wollen einen Ausverkauf der Bundesfläche nach dem Ende der militärischen Nutzung verhindern und fordern – gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden – eine Übertragung der Flächen an das Land, das den Standort einer zukunftsfähigen zivilen Nutzung zuführen und damit die Zukunft einer ganzen Region sichern will.

Der Truppenübungsplatz Lübtheen mit seinen ca. 6.000 Hektar zählt zu den herausragenden Naturräumen des Landes. Maßgeblich für seinen hohen Naturschutzwert sind die großflächigen offenen Lebensräume und die lockeren, zum Teil sehr alten Kiefernbestände. Hier befindet sich außerdem die größte aktive Binnendüne Deutschlands. Die Heide- und Trockenrasenflächen gelten als seltene Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie und unterliegen einem strengen Erhaltungsschutz. Als FFH-Gebiet „Lübtheener Heide und Trebser Moor“ mit einer Gesamtgröße von 1.400 Hektar sind sie Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“. Zusätzlich ist fast die gesamte Fläche des Truppenübungsplatzes als Vogelschutzgebiet „Lübtheener Heide“ gemeldet. Vogelarten wie der Rauhfußkautz, der Ziegenmelker oder der Brachpiper finden hier noch den notwendigen Lebensraum.

Der Truppenübungsplatz grenzt unmittelbar an die mecklenburgische Elbtal-Landschaft zwischen Boizenburg und Dömitz. Diese ist seit 1997 Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates „Flusslandschaft Elbe“. „Angesichts der auslaufenden militärischen Nutzung des Truppenübungsplatzes, die bisher seiner Einbeziehung in das Biosphärenreservat entgegenstand, sehe ich nunmehr große Chancen, auch diese Flächen unter die Zielsetzung des UNESCO-Programms zu bringen“, betonte der Umweltminister und versicherte: „Auch wenn zweifelsfrei auf großen Flächenanteilen des Truppenübungsplatzes weiterhin Naturschutzziele Vorrang haben werden, so sind dennoch naturverträgliche Nutzungen durchaus nicht ausgeschlossen.“ Dazu gehörten Forst, Jagd, Naturerleben, Vermarktungs- und Erzeugernetzwerke ökologischer Produkte ebenso wie naturverträgliche Energiegewinnung.