Presse

Startschuss für die Vermarktungsinitiative „BiosphärenRind“ an Elbe und Schaalsee

Mutterkuhhaltung mit Bio-Angus Rindern

Insgesamt 23 Rindfleischerzeuger aus den Biosphärenreservaten Schaalsee und Flusslandschaft Elbe-MV waren kürzlich der Einladung des Fördervereins Biosphäre Schaalsee e.V. zu einem Workshop ins PAHLHUUS nach Zarrentin gefolgt. Thema war die mögliche Bildung einer regionalen Vermarktungsinitiative für Bio-Rindfleisch.

Bereits 2010, im Rahmen des vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee initiierten Projektes  „Klima- regional im Griff“, entstand die Idee, die Vermarktung von Rindfleisch als hochwertiges regionales Produkt zu unterstützen. Denn regionale Produkte mit nachvollziehbaren Erzeugungs- und Vermarktungswegen erfreuen sich einer steigenden Nachfrage. Diese zu bedienen, erschließt nicht nur neue Einkommensquellen für den Landwirt, sondern trägt auch zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch neue Kooperationen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern bei. 
Um die Möglichkeiten und Chancen für die Etablierung und Vermarktung eines „BiosphärenRindes“ als ein regionales Produkt der beiden Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe-MV auszuloten, wurde 2010 im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltung eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Die Vorstellung dieser Studie bildete nun den Auftakt für den Workshop, der eine lebhafte Diskussion über die Probleme bei der bisherigen Vermarktung von Rindfleisch folgte. 
Einhellige Meinung dazu war, dass zwar alles verkauft wird, aber zu viel zu niedrigen Preisen. „Die Filetstücke sind begehrt, aber auf dem Suppenfleisch bleibt man sitzen“, so einige Landwirte. Der Mehraufwand für die Bioproduktion wird nicht wert geschätzt und nicht entsprechend entlohnt. Unbefriedigend ist auch der Verkauf von Kälbern aus der Mutterkuhhaltung in die konventionelle Tierhaltung aus der Region heraus.  
Zentrales Thema im weiteren Verlauf der Veranstaltung war daher die Frage, wie die Vermarktung optimiert werden kann und ob sich eine gemeinsame Vermarktung z.B. über die Gründung eines Erzeugerzusammenschlusses auszahlt. Insbesondere die Vorrausetzungen dafür wurden intensiv diskutiert. 

Kompetent moderiert wurde der Workshop von Herrn Prof. Dr. Rainer Langosch von der Hochschule Neubrandenburg. Als Fachmann aus dem Bereich Agrarmarketing/Unternehmensführung und Kommunikation legte er den Erzeugern nahe, die steigende Nachfrage nach regionalen und ökologischen Produkten und die Lage zu Hamburg als Chancen für die eigene Vermarktung zu nutzen und diesen Trend nicht zu verpassen. Viele der Teilnehmer fanden die Idee für eine gemeinsame Vermarktung gut und betonten, dass die  Herkunft UNESCO-Biosphärenreservat einen interessanten Marketingansatz darstellt. Die Umsetzung wird jedoch als nicht einfach angesehen, da viele kleine Betriebe mit einer nur geringen Angebotsmenge in der Region wirtschaften. Wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung scheint hierfür vor allem das gemeinsame Engagement der regionalen Rindfleischerzeuger. Hier sind Akteure, innovative Ideen und ein gutes Vermarktungskonzept gefragt. Nur so ist es möglich sich auf dem Markt abzuheben und neue, wirtschaftlich interessante Absatzmöglichkeiten zu erschließen. 
Am Ende der Veranstaltung herrschte Aufbruchsstimmung. Die Mehrheit der Erzeuger hat sich dafür ausgesprochen, weiter intensiv an dem Thema „Gründung eines Erzeugerzusammenschlusses“ mitzuwirken. Der nächste Schritt dazu, ist eine aktualisierte Erfassung und Bewertung des regionalen Angebotspotentials, um mögliche Vermarktungskanäle einzugrenzen. Der nächste Workshop-Termin ist für Mitte Mai geplant.  

Träger dieses ehrgeizigen Projektes ist der Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V., dem das Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee sowie der Förderverein Biosphäre Elbe MV e.V. als Partner zur Seite stehen. Diese Institutionen sicherten den Landwirten ihre Unterstützung bei dem Projekt zu. Das Projektmanagement wird von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) sowie der Stiftung Biosphäre Schaalsee finanziell unterstützt.