
Dezernentin Anke Hollerbach, Amtsleiter Klaus Jarmatz, Minister Dr. Till Backhaus und Bürgermeisterin Renate Vollbrecht (vlnr) schneiden zur Eröffnung des Zeughauses das Band durch

Besucheransturm zur Eröffnung des Infozentrums im Zeughaus

Das neu entwickelte übergroße "BiosphärenPad" faszinierte (und informierte) Jung und Alt

Die Genetische Vielfalt gibt es am Beispiel des Apfels zu bestaunen

Auf dem Festungshof fand der erste BiosphäreElbeMarkt statt
[Dömitz] Im Zeughaus der Festung Dömitz hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am Sonntag, 14. April, das neue Informationszentrum des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-MV feierlich eröffnet. Gleichzeitig fand die Premiere des BiosphäreElbeMarktes auf dem Festungshof statt.
Am Eröffnungstag organisierte das Amt für das Biosphärenreservat ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit dem Kinderchor der Dömitzer Kita Regenbogenland, einem Puppentheater, Festungs- und Museumsführungen sowie einer Lesung der „Doemser Plattsnackers un Frünn“ e.V.. Etwa 1.000 Besucher zog es auf die frühlingshafte Festungsanlage mit dem ersten „BiosphäreElbeMarkt“, auf dem es an 25 Ständen regionale Produkte der „Partner des Biosphärenreservats“ und weiterer Anbieter zu kaufen gab.
"Schon jetzt ist die Festung Dömitz mit jährlich rund 40.000 Gästen ein Besuchermagnet in der Region", so Minister Backhaus. "Ihre günstige Lage an der Elbe in einem UNESCO-Biosphärenreservat sowie das Ziel, die Festung insgesamt zu einem überregionalen Ausstellungsort auszubauen, luden geradezu ein, die Einrichtung hier anzusiedeln." Die Dauerausstellung "Mensch und Biosphäre – gestern, heute, morgen" zeigt auf rund 200 Quadratmetern Wissenswertes über das mecklenburgische Elbe-Gebiet mit seiner biologischen Vielfalt sowie über die Highlights im gesamten Elbeverlauf. Weitergehende Infos zu den in der Metropolregion Hamburg gelegenen touristische Attraktionen am BIOSPHÄRENBAND Elbe-Schaalsee zwischen Schlagsdorf, Zarrentin, Boizenburg und Dömitz gibt ein komplett neu entwickeltes „BiosphärenPad“. Auf dem übergroßen berührungsempfindlichen Bildschirm erfahren Groß und Klein mehr über Naturschönheiten, Ausflugsziele und Partner der Biosphärenreservate Flusslandschaft Elbe und Schaalsee.
Die Gesamtkosten für die Sanierung des Zeughauses durch den Eigentümer, die Stadt Dömitz, betrugen 250.000 €. Davon sind 210.000 € Förderung aus dem LEADER-Programm; den Rest übernahm die Stadt Dömitz. Für die Ausstellungskonzeption und deren Realisierung standen rund 200.000€ zur Verfügung, die sich auf Fördermittel von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das Land verteilten. Eine Erweiterung der Ausstellung im Zeughaus ist bereits in der Planung. Dazu soll nach Fördermittelzusagen die direkt hinter dem Zeughaus liegende Kasematte "Greif" saniert werden. Die laufenden Kosten für den Betrieb der Ausstellung sowie der Wechselausstellung übernimmt das Land M-V. Die Ausstellung wird vom Personal des Museums der Festung Dömitz betreut. Der Mehraufwand wird durch drei neu geschaffene Arbeitsplätze abgesichert. "Besonders hervorheben möchte ich die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Dömitz, dem Museum, der Gesellschaft für Ortsentwicklung und Stadterneuerung mbH und dem Amt für das Biosphärenreservat bei der erfolgreichen Umsetzung des Vorhabens", dankt der Minister allen Beteiligten.
Die Öffnungszeiten des Infozentrums sind mit denen des Museums Festung Dömitz identisch: Bis Ende April von Dienstag bis Sonntag und am Feiertag von 12.00 bis 16.00 Uhr und ab Mai von Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie Samstag, Sonntag und am Feiertag von 10.00 - 18.00 Uhr.
Hintergrund
Seit Mai vergangenen Jahres gehören die Großschutzgebieten Flusslandschaft Elbe M-V und Schaalsee gemeinsam mit den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim zur "Metropolregion Hamburg". Die ehemalige Grenzregion zwischen Hamburg und Schwerin ist durch die authentische, ländlich geprägte Region mit ihrer vielfältigen Wasserlandschaft. Im Schatten des "Eisernen Vorhang" hat sich in diesem Naturraum eine Artenvielfalt erhalten und weiter entwickelt. Aber auch durch die ehemalige innerdeutsche Grenze, die lokalen Auswirkungen der weltpolitischen Zusammenhänge während des Kalten Krieges, verbunden mit persönlichen Geschichten, machen die Region für Besucher aus aller Welt höchst interessant. Diese Voraussetzungen haben dazu geführt, dass sich in der Region zwei Biosphärenreservate mit internationaler UNESCO Anerkennung etabliert haben.
Die Flusslandschaft Elbe ist seit 1997 als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen. Die rund 1.100 Kilometer der Elbe verbinden als drittgrößter Strom Mitteleuropas das tschechische Riesengebirge mit der Nordsee. Im Abschnitt der Unteren Mittelelbe zwischen Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein hat sich eine für Mitteleuropa einmalige Flussauenlandschaft weitgehend naturnah entwickeln können, die sich durch den Schutzstatus Biosphärenreservat nachhaltig entwickeln kann. Mit über 3.400 Quadratkilometern gehört dieses zu den größten Schutzgebieten im deutschen Binnenland und zu den größten Biosphärenreservaten in Europa. Das Biosphärenreservat hat zum Ziel sowohl den Schutz der biologischen Vielfalt als auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie die Erhaltung landschaftlicher, kultureller und ökonomischer Werte, ausgewogen für Mensch und Natur miteinander zu vereinbaren. Dabei kommen der Forschung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle zu.
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Dirk Foitlänger,
d.foitlaenger[at]afbr-schaalsee-mvnet.de